Mario P. Valdini – sein Leben, seine Arbeiten, seine Kunstwerke

Kunst kennt keine Grenzen, das war und ist meine Philosophie. Seit Jahrzehnten darf ich diese Grenzenlosigkeit in meinen Werken immer wieder neu beweisen und manifestieren. Das Einzige, was sich nicht verändert, ist, dass sich alles stets und ständig ändert. An dieser Veränderung der Welt in aller Bescheidenheit mit Kunstwerken teilzuhaben, die wenigstens eine Epoche überdauern, das ist mir große Ehre, ein Teil meiner Persönlichkeit und Zufriedenheit. Ich wollte immer etwas erschaffen, seit meiner frühesten Kindheit beschäftigte mich dieser Gedanke. Wie ich dazu kam, Bildhauer in München zu werden? Hier ein paar Stationen meines Lebens:

 

Ausbildung in Ulm und München

Geboren wurde ich 1957 in Reggio Calabria, Italien. 1970 durfte ich in der »Ulmer Keramik« eine Ausbildung zum Kerammodelleur antreten. Sie sollte wegweisend für meine künftigen Jahre, letztlich für mein gesamtes Schaffen und Tun sein. Ab 1973 begannen meine Lehr- und Gesellenjahre als Steinmetz und Steinbildhauer in der Münster-Bauhütte in Ulm. Ich entsinne mich gut, ich hatte einen strengen Lehrmeister, der keinerlei Kompromisse zuließ. Diese Konsequenz, diese gewollte Perfektion bis ins letzte Detail, kommt mir heutzutage zugute. Es ist eben nicht der Blick in die Oberflächlichkeit, der eine Arbeit zum Kunstwerk werden lässt, es ist der Blick fürs Detail, alles muss stimmen.

1976 wurde ich Handwerkskammer-, Innungs-, Landes- und Bundessieger im Fach Steinmetz-Steinbildhauerei. Außerdem war es das Jahr, in dem ich in die Ulmer Künstler Gilde aufgenommen wurde . Verschiedene Ausstellungen in Ulm und Umgebung und die Stadtplatzgestaltung, Brunnenanlage, Bronzearbeiten unter dem Motto »Büttel in Nersingen« und »Ulmer Spatz« in Ulm begleiteten dieses Jahr.


1980 bekam ich die Ehre, die Stadtplatzgestaltung und die Brunnenanlagen ausführen zu dürfen. Nur ein Jahr später kümmerte ich mich um die Rekonstruktion einer Kreuzweg-Anlage aus Keramik in Nersingen. Es ging rasant weiter. Bereits 1983 erhielt ich den Preis der Danner-Stiftung, München, für die Vielseitigkeit in der Gestaltung der angefertigten Skulpturen. Im gleichen Jahr wurde ich in den Landesverband Bildender Künstler in Schwaben aufgenommen.

Den Abschluss zum Meister für Steinmetz- und Bildhauerei in München kam in den Jahren 1983 bis 1985. Für mich etwas sehr Ungewöhnliches und Spannendes. Immerhin war ich damals der erste außerdeutsche Künstler, der in diesen künstlerischen Disziplinen in München seine Spuren hinterlassen durfte. Mein Meisterstück war eine 1,80 Meter große Kreuzblume für das Ulmer Münster.

 

Vom angestellten Werkstattmeister zur Selbstständigkeit

Es folgte eine Zeit als angestellter Werkstattmeister in einer Steinmetzwerkstatt in München. Ich leitete die Restaurierungsarbeiten an der Münchner Paulskirche. Dort habe ich unter anderem Rosettenfenster mit 4,5 Meter Breite und 7 Meter Höhe rekonstruiert, an Fialentürme und anderen gotischen Bauelementen gearbeitet. Für mich war das ein Déjà vu. Was ich während der 10jährigen Lehr-und Gesellenzeit in der Ulmer Münster Bauhütte gelernt hatte, konnte ich hier anwenden.


Was aus der anschließenden Selbstständigkeit entstand, können auch heute noch viele Münchner oder Touristen betrachten. Ich durfte etliche Objekte restaurieren, beispielsweise das Kustermann-Haus am Viktualienmarkt, die Gaststätte Schlachthof in München, den Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz in München, die Historische Treppe im Lenbachhaus. Für die Restaurierungsarbeiten Kustermann-Haus, Widenmayerstr. und Steinsdorfstr. in München gab es Fassadenpreise der Stadt München. Preise, die mich mit großem Stolz erfüllten, eine Würdigung meines bis dahin noch jungen Schaffens.


Im Jahr 2004 wurde ich in den Berufsverband Bildender Künstler für München und Oberbayern aufgenommen und konnte auch an den jährlichen Ausstellungen der BBK München teilnehmen. Im selben Jahr stand die Fassadenrestaurierung der ehemaligen Bayerpost auf der Agenda. Heute ist es das Sofitel Hotel am Münchner Hauptbahnhof.
So ging es weiter, u.a. 2005 mit Fassadenverkleidungen oder der Herstellung von Renaissance-Portalen, 400 Kapitellen, Postamenten und Säulen aus Italien. 1.400 qm Mauerwerk durfte ich beim AROSA im österreichischen Kitzbühel verarbeiten. 2007 führte ich eine Valmalenco-Fassade an einer Villa in München-Grünwald aus und erhielt den Erasmus-Grasser-Preis der Landeshauptstadt München. 2008 beschäftigte ich mich mit dem Innen- und Außenausbau einer Privatvilla in Nymphenburg. Von 2010 bis 2013 wurden umfangreiche Arbeiten, wie Demontage von Historischen Teilen im Lenbachhaus sowie Restaurierung und Wiedereinbau der Historischen Treppenanlage ausgeführt.

Die eigene Kreativität ausleben

Sie merken schon jetzt, liebe Leser, es hat nie eine Pause gegeben und es ging immer konstant weiter. Für mich war das nur folgerichtig. Schließlich sehe ich meine Arbeit nicht als Arbeit, sondern als Geschenk. Wer oder was auch immer mir dieses Geschenk gemacht hat, ich bin dankbar dafür, meine Kreativität leben zu dürfen.


Aber ein Ende der Schaffenskraft ist noch lange nicht absehbar. Lassen Sie sich von meinen Werken in den Bann ziehen. Nicht um meinetwillen, nicht wegen der Werke willen, sondern aus Ihrem ureigensten Interesse: Erleben Sie das Natürlichste schlechthin: die Natur selbst. Ich bin stolz darauf, sie mit Naturstein ein klein wenig formen zu dürfen.

Ihr Mario P. Valdini
Steinmetz & Bildhauer in München